Grippale Infekte oder Atemwegsinfektionen unterschiedlicher Schweregrade sind die häufigsten Gründe für hausärztliche Konsultationen und stellen außerdem eine große Gefahr für die Patienten in der Klinik dar. In der heutigen klinischen Routine dauert die Identifikation eines Infektionserregers bis zu 5 Tagen, so dass eine Erreger-spezifische Therapie erst spät eingeleitet werden kann. Dies führt durch verlängerte Klinikaufenthalte zu höheren Kosten für das Gesundheitssystem und für den Patienten zu Verzögerungen in der Genesung, im schlimmsten Fall - z.B. durch eine einsetzende Sepsis - sogar zum Tod. Zudem können sich durch die unsachgemäße Antibiotika-Gabe resistente Erreger entwickeln, welche zunehmend Probleme im Klinikalltag verursachen.

Die in der Lunge angesiedelten Erreger produzieren spezifische Metaboliten - flüchtige organische Verbindungen (VOCs) - die u.a. über die Ausatmung den Körper verlassen. Die Ionenmobilitätsspektrometrie gekoppelt mit gaschromatographischer Vortrennung (GC-IMS) ist eine schnelle, nachweisstarke, sichere und robuste Methode zur Analyse gasförmiger Proben im Spurenbereich. Dies erlaubt die Erreger-charakteristischen Metaboliten-Muster sozusagen als „Fingerprint“ der VOCs über Kulturen bereits nach wenigen Stunden zu detektieren. Im Rahmen des Projektes InosIn soll nun die Detektion dieser Muster am Beispiel einiger klinisch relevanter Erreger auf die Detektion direkt in der Ausatemluft der Patienten übertragen werden. Mit einem solchen schnellen, hochempfindlichen und nicht-invasiven Verfahren kann bereits im Frühstadium einer Infektion der pathogene Erreger identifiziert werden, was dann eine frühe Erreger-adäquate Therapie ermöglicht. So wird zum Nutzen des Patienten der Genesungsprozess beschleunigt, mögliche Komplikationen vermieden und die Aufenthaltsdauer in der Klinik verkürzt, was wiederum die Kosten für das Gesundheitssystem senken wird und zusätzlich die Entwicklung von Resistenzen vermeidet.